Indonesien: WASH

SITUATION

Indonesien ist der größte Staat Südostasiens und mit etwa 260 Millionen Einwohnern die viertbevölkerungsreichste Nation der Welt. Die Landfläche Indonesiens verteilt sich auf über 17.000 Inseln, von denen etwa 6.000 bewohnt sind. Das Land ist als Inselparadies ein beliebtes Reiseziel und verzeichnete in den letzten Jahren ein stetiges Wirtschaftswachstum. Dennoch hat Indonesien auch weiterhin ein massives Armutsproblem. Nach Weltbankmaßstäben gelten rund 50% der Indonesier als arm. Im Jahr 2016 lebten 11% der Einwohner unterhalb der nationalen Armutsgrenze. Die Armut ist regional sehr unterschiedlich verteilt. Die Provinz Nusa Tenggara Timur (NTT) – die östlichen kleinen Sundainseln – gehört zu den ärmeren Regionen Indonesiens. Die NTT Provinz besteht aus über 550 Inseln, von denen die größten Sumba, Westtimor, Alor und Flores sind. Die Hauptstadt der Provinz ist Kupang auf Westtimor. Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftssektor für die Einwohner der Provinz NTT. Mehr als 77% der Bevölkerung sind von dieser abhängig. Produzierte Agrarprodukte sind vorwiegend Reis, Getreide, Maniok, Erdnüsse und grüne Bohnen. Die wechselnden Klima- und Wetterbedingungen in der Region können die Erträge der BäuerInnen nachhaltig beeinflussen. Insbesondere Überflutungen und Dürreperioden wirken sich negativ auf Ernteerträge und somit auf die Lebenssituation der Menschen vor Ort aus. Eine große Herausforderung für die Menschen stellt der Zugang zu Wasser und speziell zu sauberem Trinkwasser dar. Aus diesem Grund unterstützt unser lokaler Partner TLM (Tanaoba Lais Manekat) die Gemeinden in der Provinz NTT bei der Sicherung der Wasserversorgung.

 

PROJEKTZIELE

In unserem Hilfsprojekt werden wir gemeinsam mit TLM die Schulen der Gemeinde Kiubaat mit einer hydraulischen Wasserpumpe und mehreren Wasserfiltern ausstatten. Die Gemeinde ist von extremer Trockenheit betroffen. Dies führte in der Schule dazu, dass die Sanitäranlagen nicht genutzt werden konnten. In den vergangenen Monaten mussten die SchülerInnen aus den umliegenden Gemeinden jeden Tag einen Kanister mit Wasser zur Schule bringen. Das Wasser wurde sowohl für die Schulkantinen genutzt als auch für die Sanitäranlagen. Doch erstens war es besonders für die kleineren Kinder nur schwer machbar jeden Tag einen Kanister Wasser zu tragen und zweitens reichte das Wasser dennoch nicht für die Sanitäranlagen. Ein weiteres Problem ist, dass sich viele SchülerInnen außerhalb der Schule erleichterten. Dieses führte zu einem Anstieg von Durchfallerkrankungen, die sich schnell ausbreiteten und dadurch viele SchülerInnen dem Unterricht fernblieben.

Ziel unseres Hilfsprojekts ist die Versorgung der Schulen in Kiubaat mit sauberem Trinkwasser.  Gezielte Schulungen für Lehrkräfte sowie für SchülerInnen sollen ein besseres Bewusstsein für Hygienestandards schaffen. Langfristig soll dies die Zahl der Durchfallerkrankungen reduzieren. Von dem neuen Wasserzugang profitieren 300 SchülerInnen und Lehrkräfte in der Gemeinde Kiubaat.

 

AKTIVITÄTEN

Um einen geeigneten Standort für den Aufbau der hydraulischen Wasserpumpe sowie der Wasserfilter zu finden, wird zu Projektbeginn eine Geländebegehung durchgeführt, an der neben den Technikern von TLM, die Schulleiter und Gemeindemitglieder teilnehmen. Anschließend wird ein Treffen mit den Schulleitern und den Gemeindemitgliedern einberufen, um ein Wasserkomitee zu formieren und die Nutzung und Verantwortung/Zuständigkeit für die Pumpe und den Wasserfilter zu klären. Ein Techniker baut mithilfe von TLM-Mitarbeitern die hydraulische Wasserpumpe und die Wassertanks mit den Wasserfiltern auf. Vor Inbetriebnahme erhalten alle Mitglieder des Wasserkomitees Schulungen zur Nutzung und Wartung der Anlage. Der Techniker steht den Gemeindemitgliedern auch nach Inbetriebnahme der Anlage bei Fragen zur Seite.