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Ghana: Ein Reisfeld voller Hoffnung

Situation

In Ghana ist die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft nicht zu vernachlässigen. Häufig übernehmen sie alle Arbeiten von der Aussaat über die Ernte bis hin zum Verkauf der Erzeugnisse auf den lokalen Märkten. Ihre Stellung gewinnt zunehmend an Bedeutung, da sie für ihre Männer, die häufig auf der Suche nach Arbeit in die Städte abwandern, die Felder bewirtschaften, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Doch obwohl Frauen den Großteil der landwirtschaftlichen Aktivitäten verrichten, sind sie meistens von den profitablen Bereichen der Landwirtschaft ausgeschlossen. Die Anerkennung kommt den Männern zugute und die Arbeit der Frauen bleibt unberücksichtigt. Erfahrungswerte zeigen, dass die Produktivität von Kleinbauern höher ist als die der Kleinbäuerinnen. Dies lässt sich vor allem auf die ungleiche Behandlung von Frauen in den Kleinbäuerinnennetzwerken, die mangelnde Anerkennung ihrer Arbeit und den erschwerten Zugang zu Mikrokrediten und Sparangeboten zurückführen. Ohne finanzielle Unterstützung und sichere Absatzmöglichkeiten sind die Frauen nicht in der Lage, ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten auszuweiten und ihre Erträge zu steigern.

Projektziele

Das Projekt legt neben seinem Beitrag zur Armutsreduzierung und Ernährungssicherung einen Schwerpunkt auf die Förderung von Frauen in den ländlichen Gebieten Ghanas. Ab Juli 2016 erhalten insgesamt 400 Reisbäuerinnen der Gemeinde Nasia in der Northern Region die Möglichkeit, ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten auszuweiten, ihre Ernteerträge zu steigern und so ihr Einkommen zu erhöhen. Die 400 Reisbäuerinnen werden mit landwirtschaftlichen Krediten unterstützt, die ihnen in Form von Saatgut, Düngemitteln, Arbeitsgeräten und der Übernahme der Bewässerungsgebühr ausgegeben werden. Zusätzlich erwerben die Frauen durch Beratung und Schulungen betriebswirtschaftliche Kenntnisse und zusätzliches Wissen über alternative Anbau- und Düngemethoden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Öffnung und Sicherung eines Absatzmarktes, der den Frauen auch über die Projektlaufzeit hinaus zur Verfügung steht.

Aktivitäten

Um die Reisbäuerinnen mit ihrem ersten landwirtschaftlichen Kredit nicht zu überfordern und eine möglichst hohe Wirkung zu erzielen, berechnet der Kreditbetreuer für jede Kleinbäuerin die individuelle Kredithöhe nach Feldgröße, Anzahl der Familienmitglieder und anderen Einkommensquellen.
Die Ausgabe der landwirtschaftlichen Kredite erfolgt Ende Juli 2016 in Form von Gruppenkrediten an die bereits organisierten Frauengruppen. Die Auszahlung erfolgt an Gruppen, weil die Frauen über wenige bis keine Sicherheiten verfügen und die soziale Kontrolle und gegenseitige Unterstützung in der Gruppe ein gutes Zahlungsverhalten des Einzelnen fördern.
Ein Teil des Darlehens wird in Form von Reis-Saatgut, Düngemitteln und Arbeitsgeräten wie Hacken, Sicheln und Planen ausgegeben. Ein weiterer Darlehensanteil dient der Bezahlung landwirtschaftlicher Dienstleister für die Vorbereitung und das Pflügen der Felder.
Um den Reisanbau nachhaltig zu optimieren, erhalten die Frauen noch vor Beginn der Aussaat eine landwirtschaftliche Schulung. In dieser wird ihnen Wissen über „Good Agronomic Practices“ – die effektiven und nachhaltigen Anbau- und Düngemethoden – vermittelt. Der Fokus der Schulung liegt auf dem Erlernen der SRI (System of Rice Intensification)-Methode für einen ertragreichen Reisanbau. Die Frauen werden über die Vorteile des diversifizierten Anbaus aufgeklärt, der Ernteausfällen vorbeugen soll.
In einer zweiten landwirtschaftlichen Schulung, kurz vor Beginn der Ernte, werden die Reisbäuerinnen in den verschiedenen Ernteabläufen und -methoden sowie über das richtige Nachernte-Management und Finanzmanagement unterrichtet. Dabei lernen die Frauen, wie sie Ernteverluste minimieren. Die Schulung in Finanzmanagement soll sie darauf vorbereiten, das Einkommen aus den Ernteerträgen zu sparen und sinnvoll zu reinvestieren.
Sinapi hat es sich zum Ziel gesetzt, den Kleinbäuerinnen den Zugang zu sicheren Märkten zu erleichtern. Sinapi identifiziert während der ersten Projekthälfte qualifizierte lokale und regionale Abnehmer und handelt mit ihnen Verträge aus, die die Abnahme der gesamten Ernte der Reisbäuerinnen garantieren. Der Gemeinderat der Nasia Community organisiert mit den Gruppenleiterinnen den Transport des Reises. Nach Erhalt des Reises zahlt der Abnehmer die Kaufsumme an Sinapi, die nach Abzug der Kreditrückzahlungen das Geld direkt auf die Bankkonten der Reisbäuerinnen überweisen.