Felicidad Raymundo: 1001 Geschäftsidee
![]() Felicidad und ihre neueste Geschäftsidee:Ein Sari-Sari-Store |
Felicidad Raymundo ist glücklich. Und stolz. Und das kann sie auch wirklich sein. Hat sie es schließlich von einer einfachen Köchin zu einer Multi-Kleinunternehmerin geschafft.
Angefangen hat alles vor gut sieben Jahren. Damals hat Felicidad noch für ein sehr bescheidenes Einkommen als Köchin gearbeitet. Als sie von den Kleinkrediten hörte, war der engagierten und selbstbewussten Frau schnell klar, dass sich hier für sie eine einmalige Chance bot, war sie doch seit einigen Jahren Witwe und konnte nur mehr schlecht als recht ihre drei Kinder versorgen. Sie bewarb sich um einen Kredit bei unserer Partnerorganisation und gehörte schließlich zu der Gruppe von Frauen, die sich als besonders zuverlässige potentielle Kreditnehmerinnen auszeichnete und einen Individualkredit erhielt.
Der Kredit wurde ihr für den Aufbau eines kleinen Unternehmens ausgehändigt. Sie setzte ihre Idee – die Vermietung von Mobiliar für Feste wie Hochzeiten oder Geburtstage – direkt um, und erwarb mehrere Plastikstühle, Tische und Geschirr. Und innerhalb kürzester Zeit hatte sich der Kredit bezahlt gemacht. Da es jedes Jahr eine Vielzahl an nationalen Fiestas auf den Philippinen gibt und auch regelmäßig jemand in ihrem Dorf Va le Cruz heiratet, konnte sie schon bald einen Gewinn aus der Unternehmensgründung ziehen.
|
|
Bis heute hat sich Felicidad diese Unternehmensidee bewahrt und verleiht noch regelmäßig ihre Stühle und Tische. Hinzu gekommen ist seitdem ihr Angebot, die Ausstattung der Feste in die Hand zu nehmen. Sie dekoriert und bietet einen Catering-Service an – als gelernte Köchin natürlich kein Problem. Zum anderen hat sie im Garten ihres Hauses noch eine kleine Schweinezucht eröffnet, wobei sie die Ferkel zur Eigenversorgung, aber auch für das Catering nutzt, da das philippinische Nationalgericht Spanferkel bei keiner Fiesta fehlen darf.
Ihr Tatendrang hat Felicidad immer weiter angespornt. Bis sie schließlich vor einigen Jahren ein weiteres kleines Unternehmen eröffnete: ihren eigenen Sari-Sari-Store. Gelegen an der Hauptstraße des Dorfes, und ganz in der Nähe zu ihrem Wohnhaus. Hier verkauft sie von früh morgens bis spät abends Lebensmittel des täglichen Bedarfs, aber auch Ausgefallenes wie Medikamente oder Gastanks, die in jeder philippinischen Küche gebraucht werden.
Dank ihrer Erfolge als Kleinunternehmerin konnte Felicidad ihren drei, heute erwachsenen Kindern eine gute Ausbildung ermöglichen. Ihr ältester Sohn arbeitet in der nächsten Stadt, ihr zweitältester Sohn lebt und arbeitet als Kellner im Ausland, da er eine Ausbildung im Bereich Restaurant- und Hotelmanagement absolviert hat und ihr jüngster Sohn ist zur Zeit in seinem dritten Collegejahr und studiert Computerwissenschaften.
Bis heute ist Felicidads Tatendrang ungebrochen. Schon plant sie die nächste Geschäftsidee. Was es genau wird, weiß sie noch nicht. Sie überlegt zur Zeit gemeinsam mit ihrem mittleren Sohn, wie man ihr kulinarisches Wissen und sein Restaurant- und Hotelfachwissen zusammenbringen könnte. Und mittels eines weiteren Kredites lässt sich vielleicht Großes bewegen.










