"Jetzt soll es wachsen!" Opportunity-Stiftungstag 2007
Opportunity-Stiftungstag 2007
Der jährliche Stiftungstag ist für Opportunity International die
national wichtigste Standortbestimmung. Freunde, Förderer und
Referenten treffen sich, um zwei Tage lang die wichtigsten Fragen rund
um das Thema Mikrofinanzierung zu erörtern.
„Jetzt soll es wachsen" war
das Treffen in diesem Jahr überschrieben; gemünzt auf die Tatsache,
dass tatsächlich manches wächst: die Aufmerksamkeit in der
Öffentlichkeit einerseits, aber auch das Spendenaufkommen und die Zahl
der Kreditnehmer andererseits.
Höhepunkt des zweitägigen Programms war die Podiumsdiskussion, moderiert von Journalistin Bettina Förster. „Muhammad Yunus ist der Angriff auf den Aberglauben, dass wir den Reichtum haben, weil wir so tüchtig sind, und die anderen arm, weil sie so faul sind", formulierte gewohnt pointiert Dr. Rupert Neudeck seinen Einsatz für die Idee des Friedensnobelpreisträgers aus Bangladesh. Neudeck, Gründer des Komitees Cap Anamur, Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme und Opportunity-Schirmherr, gehörte zu den wichtigsten Referenten beim deutschen Stiftungstag von Opportunity International.
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Bei der Hilfe für arme Länder fordert Neudeck „eine neue Radikalität" im Denken und kritisierte massiv die Vergabepraxis westlicher Staaten; die Hilfe sei zu praxisfern, zu sehr politisch motiviert - und gehe in die falschen Länder. Die Hilfe für Länder wie China müsse sofort eingestellt werden; ein Votum, bei dem er mit Martin Wilde vom Bund katholischer Unternehmer genau auf einer Welle lag; der bezeichnete die China-Hilfe „als Skandal".
Wilde forderte zudem, die Akzente bei der staatlichen Mittelvergabe zu verschieben: ein Drittel des Geldes gehöre an Nicht-Regierungsorganisationen ausgeschüttet - bisher seien es etwa zehn Prozent. Diese würden garantieren, dass die Hilfe bei den Betroffenen unmittelbar ankomme.
Arnold Vaatz, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag und Experte für entwicklungspolitische Fragen, betonte die Notwendigkeit der staatlichen Hilfe, gestand aber ein, dass man „genau hinschauen" müsse, wohin das Geld fließt. Carl-Dieter Spranger (CSU), in den neunziger Jahren im Kohl-Kabinett Bundesminister in diesem Bereich, warnte davor, armen Staaten westliches Denken überstülpen zu wollen.
Diesen Punkt unterstrich auch Millicent Botsio, langjährige Mitarbeiterin der GTZ und gebürtige Ghanaerin, in ihren Ausführungen.
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Mikrofinanzierung auf dem Weg zu neuen Ufern - auch dies wurde beim Stiftungstag ausgiebig diskutiert. In Zukunft werde es nicht reichen, nur Kredite zu vergeben, sagte Opportunity-Vorstand Stefan Knüppel. Angesichts wachsender auch kommerzieller Konkurrenz auf dem Mikrofinanz-Markt werde man nicht umhin kommen, andere Produkte anzubieten; gerade um den karitativen Charakter der eigenen Hilfe herauszuheben: „Wir stehen weiter für einen ganzheitlichen Ansatz. Wir wollen mit Armut in Afrika keine Geschäfte machen".
Stiftungsgründer Karl Schock hatte schon in seiner Begrüßungsrede erklärt: „Wir wollen nicht nur kaltes Geld geben, sondern warmes; indem wir keine Almosen geben, sondern Hilfe zur Selbsthilfe, und auch in anderen Lebenssituationen behilflich sind. Wir wollen uns den Armen auf Augenhöhe nähern".
Neben dem umfangreichen Programm bekamen die Teilnehmer auch in den Pausen die Gelegenheit für einen Austausch untereinander. Desweiteren konnten persönliche Fragen an die Referenten gestellt werden. Auch die drei Workshops zu unterschiedlichen Themen stießen auf reges Interesse bei den Teilnehmern.
Zum Ablauf des Stiftungstages lesen Sie hier das Programm. Außerdem hat Fotograf Ralf Pache einige Momente der Veranstaltung festgehalten. Sehen Sie hier unsere Stiftungstags-Impressionen.
Unser Fazit: Der Stiftungstag hat Spaß gemacht! Die Rückmeldungen der Teilnehmer haben uns Mut gemacht, auch im nächsten Jahr eine ähnliche Veranstaltung anzubieten. Uns ist es sehr wichtig, mit unseren Unterstützern zusammen die wichtigsten Themen der Stiftung zu diskutieren.









