Opportunity International als "Exot" bei den Fachpressetagen
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Opportunity: Herr Homburg, ganz herzlichen Dank, dass wir kostenlos an den Fachpressetagen teilnehmen konnten, die Sie seit Jahren organisieren. Das ist eine tolle Idee und ein sehr gutes Beispiel dafür, wie uns unsere Förderer über die reine Spende hinaus ganz entscheidend helfen können, bekannter zu werden. Erklären Sie doch kurz, was die Fachpressetage sind und wer an der Veranstaltung teilnimmt.
Homburg: Fachpressetage sind ein Marktplatz, auf dem Fachpresse und Industrie Informationen austauschen. Die Industrie kommt hierher, um neue technische Ideen vorzustellen, mit den Redakteuren Veröffentlichungen, Interviews, Titelfotos und Titelgeschichten zu vereinbaren oder überhaupt Kontakte zu den Redaktionen zu knüpfen oder zu pflegen. Die Redakteure aktualisieren ihr Wissen und suchen „Futter" für ihre nächsten Hefte. In diesem Jahr beteiligten sich etwa 60 Redaktionen und 45 Firmen.
Opportunity: Wie kamen Sie auf die Idee, gerade uns zu den Fachpressetagen einzuladen?
Homburg: Ja, diese Frage ist berechtigt. Sie beschäftigen sich weder mit Automatisierung noch mit Prozesstechnik, den Themen unserer Veranstaltung. Aber auf den Fachpressetagen treffen sich besonders initiative Menschen und solche, die in größeren Zusammenhängen denken. Hier ist Ihre Chance verstanden zu werden sicher größer, als an vielen anderen Plätzen. Ich habe beobachtet, dass Sie fast immer einen Gesprächspartner an Ihrem Stand hatten und für Opportunity werben konnten. Sie wurden also akzeptiert, auch wenn Sie auf den Fachpressetagen sicher ein Exot waren.
Opportunity: Sie unterstützen Opportunity International ja schon seit einigen Jahren - warum?
Homburg: Ich habe mich schon in meiner Jugend für Entwicklungshilfe engagiert und wäre um ein Haar in den 70-er Jahren in einem Entwicklungsprojekt in Indien gelandet. Den Ansatz, wie ihn Opportunity verfolgt, finde ich besonders bemerkenswert und vor allem sehr effektiv; dafür hat Muhammad Yunus zurecht 2006 den Friedensnobelpreis bekommen. Hilfsorganisationen versuchen meist den Ärmsten der Armen zu helfen; das ist wichtig und entspricht auch dem „normalen" menschlich-sozialen Denken. Sie hingegen geben den „Leistungsträgern" unter den Armen eine Chance, sich zu entwickeln. Was zunächst weit weniger sozial erscheint, entfaltet nach meiner Einschätzung einen weit größeren sozialen Nutzen.
Opportunity: Ihr Unternehmen macht schon fast seit 30 Jahren sehr erfolgreich professionelle Pressearbeit für Unternehmen der Automatisierungs- und Prozesstechnik. Wie steht Ihr Unternehmen zum neu entdeckten Marketinginstrument für Unternehmer, der Corporate Social Responsibility (CSR)? Wie kann es sich für Unternehmen, Mitarbeiter, Gesellschaft und auch für die unterstützte Organisation auszahlen, Gutes zu tun und darüber auch zu reden und zu schreiben?
Homburg: Ganz so neu ist Corporate Social Responsibility natürlich nicht; es wurde in Vergangenheit nur mit anderen Begriffen belegt. Wir haben diese Idee auch schon in die Pressearbeit für unsere Kunden einfließen lassen, wenn auch nicht besonders häufig. Unsere Zielgruppe sind vor allem technische Eliten: Techniker, Ingenieure, Manager, Geschäftsführer, die gewohnt sind, alles kritisch zu hinterfragen und hier ist CSR durchaus ein zweischneidiges Werkzeug. Imagegewinn ist für Unternehmen von unschätzbarem Wert. Doch bei unserer Zielgruppe reicht es nicht, einen Cent pro Bauteil für den Regenwald zu spenden.
Die Projekte müssen glaubhaft und stimmig sein. Das ist gegeben, wenn beispielsweise ein Unternehmen die Förderung der eigenen Mitarbeiter gedanklich mit der Förderung von Existenzgründungen in der Dritten Welt verbindet. Die Finanzierung einer sogenannten Trust-Bank wäre hierzu ein geeignetes Mittel. Oder ein anderes Beispiel: Im letzten Vortrag heute haben wir gehört, wie viel Energie im kleinen technischen Teilbereich des Spritzgießens durch geeignete Antriebstechnik gespart werden kann. Ein Teil dieses Nutzens für Opportunity-Projekte abzuzweigen wäre sicher keine schlechte Idee und würde in der Zielgruppe verstanden und sicher positiv berücksichtigt werden.
Opportunity: Danke für das Gespräch und weiter recht viel Erfolg und Wachstum für Sie und Ihre Mitarbeiter, auch in diesem krisenbelasteten Jahr.









