Opportunity International Deutschland jetzt spenden

Suchfunktion

Newsletter

Weitersagen

Weltwirtschaftsforum in Davos: Afrikas Potenzial wird noch übersehen

Einige der weltweit einflussreichsten Menschen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik kamen Ende Januar 2011 in der Schweizer Touristenstadt Davos für das diesjährige World Economic Forum (WEF) zusammen. Während einige das Forum nutzen, um über geschäftliches und wirtschaftliches Wachstum zu diskutieren und gleichzeitig Kontakte auf Partys in den schneebedeckten Bergen zu knüpfen, hat sich „Davos" (wie das Event liebevoll genannt wird) in letzter Zeit zu mehr entwickelt: zu einem Event, das den Fokus auf einige der größten Probleme und Herausforderungen lenkt, die es in der Welt gibt.

Dem offiziellen Slogan des WEF zufolge fühlt sich das Forum dazu „verpflichtet, den Zustand der Welt zu verbessern". In den letzten drei Jahren stand vor allem das Thema einer globalen Verlangsamung der wirtschaftlichen Aktivitäten im Mittelpunkt des Programms. In diesem Jahr hingegen lautet der Titel des Forums „Geteilte Normen für eine neue Wirklichkeit". Das dazugehörige Programm behandelt hauptsächlich die Verschiebung der wirtschaftlichen Macht vom Westen in den Osten und die entstehenden Auswirkungen, die die Überschuldungen, die Sparprogramme und der geringe Wirtschaftswachstum im Westen haben.

Markt
Afrikas Potenziale für wirtschaftliches Wachstum
sind groß.

Wichtige Themen, aber was ist mit Afrika? Es scheint erneut der Fall einzutreten, dass Afrika in Davos weitestgehend übersehen wird. Das könnte einige enttäuschen, die daran glauben, dass ein inklusives wirtschaftliches Wachstum Armut in Afrika abbaut. Obwohl laut offiziellem Programm Afrika in Davos kaum beachtet wurde, bedeutet dies nicht, dass sich die an dem Forum Beteiligten keine Gedanken über Afrika machen - und nicht über Afrika reden würden.

Vor kurzem hat der Internationale Währungsfond (IWF) prophezeit, dass das Wachstum in Subsahara-Afrika im Jahr 2011 einen Prozent höher sein wird als der globale Durchschnitt. Der IWF hat zudem dokumentiert, dass acht afrikanische Länder zu den Top 20 der am schnellsten expandierenden Wirtschaften im Jahr 2010 gehörten. Auch sagt der IWF voraus, dass einige afrikanische Staaten 2011 ein höheres Wirtschaftswachstum zu verzeichnen haben werden als China. Darüber hinaus haben die steigenden geo- und handelspolitischen Beziehungen zwischen Asien und Afrika zur Folge, dass aufgrund der Fokussierung des Forums auf den sich wandelnden Einfluss der asiatischen Wirtschaften automatisch auch die Aufmerksamkeit auf Afrikas Potenziale gelenkt wird.

Diese Tatsachen und Einblicke werden viele Menschen interessieren, die sich fragen, ob Afrika es schafft, sich in die Reihe der aufstrebenden Märkte einzureihen. Für andere sind dies bereits Beweise für etwas, woran sie bereits glauben: „Nicht in Afrika zu investieren ist vergleichbar damit, die Chance verpasst zu haben, in die japanische und deutsche Wirtschaft in den 1950er Jahren zu investieren, in die südostasiatischen Wirtschaften in den 1980er Jahren oder in aufstrebende Märkte in den 1990er Jahren", sagt Francis Beddington, Direktor der Forschungsabteilung des Investmenthauses Insparo Capital.

Während die afrikanischen Wirtschaften momentan noch keine afrikanischen Löwen sind, die in der Lage sind, die asiatischen Tiger herauszufordern, scheint es doch so, dass die Welt das große afrikanische Wirtschaftspotenzial wahrgenommen hat. Es wird große Herausforderungen geben, damit sich Afrikas Potenziale entwickeln und es zu einem umfassenden Wirtschaftswachstum kommt. Obwohl Afrika kein Thema in Davos war, so scheint es doch, dass über Afrika gesprochen wird. Beim nächsten Treffen des World Economic Forum über Afrika im Mai werden dann hoffentlich auch diejenigen, die bislang nicht über Afrikas Potenziale sprechen, anfangen dies zu tun.