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Opportunity-Stiftungstag 2008 in Potsdam

Der diesjährige Opportunity-Stiftungstag schien seine Wirkung auf die knapp 100 Teilnehmer nicht zu verfehlen.

Ein Mix aus hochkarätigen Referenten, interessanten Workshops zu unter-schiedlichen Themen im Bereich Mikrofinanzierung, mannigfaltigen Ge- sprächsmöglichkeiten und historischer Atmosphäre im Steigenberger Hotel Sanssouci sorgte für begeisterte Besucher der Veranstaltung.

Dr. Rupert Neudeck war ein von Vielen mit Spannung erwarteter Gast und überzeugte mit einem pointierten Vortrag über die Entwicklungszusammenarbeit. Der Journalist hatte in den 70er und 80er Jahren mit der von ihm gegründeten Organisation „Cap Anamur" vietnamesischen „Boat People" das Leben gerettet. In seiner jetzigen Funktion als Vorsitzender des Friedenskorps „Grünhelme" und Schirmherr von Opportunity International Deutschland referierte er diesmal über die Situation in Afghanistan.

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Kreditbetreuer Adu Prince Joseph mit Stefan Knüppel

Opportunity-Kreditbetreuer Adu Prince Joseph aus Ghana berichtete von seiner Arbeit als Organisator und Manager der Vergabe von Kleinkrediten in Afrika.

Rund 700 Kreditnehmer betreut er dort in der Ashanti-Region. Mit seinen eindrücklichen Schilderungen schuf er ein nachhaltiges Bild seines Einsatzes und der Direktwirkung von Mikrokrediten in den Köpfen der Zuhörer.

„Für die weltweite Armutsbekämpfung werden Mikrokredite immer wichtiger", resümierte Ulrich Kasparick (SPD), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und ebenfalls Schirmherr von Opportunity. Er erläuterte die Wirkung einer Mikrokreditvergabe aus wirtschafts- und gesellschaftspolitischer Sicht. „Ziel ist, dass ein selbsttragendes Unternehmen entsteht", so Kasparick.

Ein weiterer Schwerpunkt von Kasparicks Ausführungen war das neueste Projekt von Opportunity International: Die Gründung der sogenannten „Microschools". Das sind privat gegründete Schulen, die als Alternative zum oft spärlich ausgebildeten öffentlichen Schulsystem in den von Opportunity unterstützten Ländern Afrika und Asien aufgebaut werden sollen.

Schon 1.000 Euro würden zum Beispiel in Ghana reichen, um eine Mikroschule zu gründen, erläuterte Kasparick. „Mit dieser Hilfe erreichen wir zweierlei. Wir unterstützen die gerade in armen Dörfern und Stadtteilen immer häufiger entstehenden Bildungsunternehmen. Und wir sorgen dafür, dass mehr arme Kinder zur Schule gehen können", ergänzte Stefan Knüppel die Ausführungen zu diesem Vorhaben.

Als Vorstand von Opportunity fasste er zum Abschluss des Stiftungstages das essenzielle Ergebnis des Treffens für die Arbeit Opportunitys in Zukunft zusammen: „Bei allem was sich ändert: Wir werden die Ärmsten der Armen nicht vergessen. Sie stehen für uns im Mittelpunkt unserer Kleinkredit-Arbeit.

Die Welt der Kleinkreditvergabe hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Viele Banken und Institutionen haben inzwischen die Idee von Muhammad Yunus entdeckt. Für Opportunity International ist es dabei besonders wichtig, weiterhin auf der Graswurzelebene tätig zu sein".

Zum ersten Mal vergab Opportunity International den Karl-Schock-Stifterpreis für Menschen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich im Bereich der Kleinkreditvergabe engagiert haben. Die Preisträger in diesem Jahr waren Johannes Bley (Bielefeld), Gerd Bockhorn (Herrenberg) sowie Jochen Ewald, Dr. Karl Harms und Rüdiger Möllenberg (alle Jever).

Lesen Sie hier das Stiftungstags-Programm

Presseartikel Jeversches Wochenblatt: Podiumsdiskussion

Presseartikel Jeversches Wochenblatt: Stifterpreis

Stiftungstags-Impressionen