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Pflanze ein Senfkorn, und es wird Früchte tragen!

Gespraechsabende
   Stefan Knüppel, Millicent Botsio, Cecilia Herrero Laffin und
   Adu Prince Joseph beim Opportunity-Gesprächsabend in Bielefeld

Die Opportunity-Gesprächsabende zum Thema Mikrokredite und Bildung fanden ihren Abschluss in Bielefeld. Adu Prince Joseph war eigens aus Ghana angereist und der wichtigste Gast des Abends: Rund 80 Zuhörer lauschten gebannt den Erzählungen seiner Arbeit als Kreditbetreuer in der Ashanti-Region.

Gemeinsam mit Opportunity-Vorstand Stefan Knüppel und Bildungsreferentin Millicent Botsio führte er ein Gespräch zu den Themen Mikrofinanzierung und Bildung als Faktoren zur Armutsbekämpfung.

„Armen Menschen zu helfen ist das, was ich mir für mein Leben vorgenommen habe. Bei Opportunity International habe ich die Möglichkeit, dies zu tun und es ist mir ein tiefes Herzensbedürfnis" - mit diesen Worten beendete Prince Joseph Adu den Bericht über seine Arbeit als Kreditbetreuer in Zentralghana und ein Lächeln liegt auf seinem Gesicht. 700 Klienten betreut er in Ghana, besucht sie regelmäßig, sieht nach dem Rechten.

Als sogenannter Loan-Officer sorgt er dafür, dass die Menschen, die sich mit einem Mikrokredit von Opportunity International ein Kleinunternehmen aufgebaut haben, in ihm einen Ansprechpartner finden. Für sie ist er vieles in einer Person: Psychologe, Sozialarbeiter, Berater und Wirtschaftsexperte in einem, eine vielschichtige und nicht immer einfache Aufgabe.

„Wir haben engagierte Leute, Frauen, die sich viel aufgebaut haben", so Adu Prince Joseph. Cirka 70.000 Klienten unterstützt Opportunity International in Ghana, der Region mit den derzeit meisten Kreditnehmern Opportunitys in Afrika, 90 Prozent davon Frauen.

Im Gegensatz zu einer normalen Bank erhalten die Menschen die Möglichkeit, auch ohne finanzielle Sicherheiten einen Kleinkredit zu bekommen, mit einem marktüblichen Zinssatz. Die Rück- zahlungsquote liegt bei 100 Prozent, weil das Konzept aufgeht. Es ermöglicht den Menschen und ihren Familien den eigenständigen Aufbau einer eigenen Erwerbsquelle. Den Weg hinein in ein selbstbestimmtes Leben und heraus aus der Armut.

Millicent Botsio stammt ebenfalls aus Ghana, lebt aber bereits seit 15 Jahren in Deutschland. Sie arbeitet als hauptamtliche Bildungsreferentin am ökumenischen Zentrum Oldenburg. Sie nannte Mikrokredite das Senfkorn, das gesät wird und reiche Frünchte trägt. 

Millicent Botsio beleuchtete ein weiteres Kernthema des Abends und das zugleich jüngste Projekt von Opportunity International: Die Gründung der sogenannten Microschools. Der Name hat nichts mit der Größe der Schulen zu tun. Er leitet sich von der Schulgründung mit Hilfe von Mikrokrediten ab. Fragestellungen, die zu diesem Thema erläutert wurden, waren unter anderem: Wie kann Bildung durch Mikrofinanzierung gefördert werden? Was können Mikroschulen erreichen?

Referenten
Die Gesprächspartner v.l.n.r.: Thomas Wöstmann, Millicent
Botsio, Adu Prince Joseph und Stefan Knüppel

Diese privat betriebenen Einrichtungen haben sich bereits in einigen Ländern etabliert und als Alternative zum staatlichen Schulsystem herauskristallisiert.

Sie richten sich zum Beispiel an Kinder, deren Eltern sich den Besuch einer staatlichen Institution nicht leisten können, weil sie das Geld für die Schuluniform nicht aufbringen können. Die Klassen sind in der Regel kleiner und der Unterricht effektiver.

Nicht zuletzt können viele Kinder überhaupt eine Schule besuchen, aufgrund zu weiter Wege ist dies vielen von ihnen nicht möglich. Viele Gebiete sind mit Schulen unterversorgt. Sie erhalten somit die Chance, in den Genuss einer grundlegenden Bildung zu gelangen, die eine wichtige Basis für die Zukunft darstellt.

Bis zum Jahr 2012 sollen 100 neue Mikroschulen mit Hilfe von Spendengeldern gegründet werden. In sechs von Armut geprägten Staaten Afrikas und Asiens soll die Arbeit an den Schulen dazu beitragen, Armut durch Bildung entgegenzuwirken und eine nachhaltige Veränderung der Sozialstruktur in punkto Armut herbeizuführen. „Wenn du einem hungernden Menschen helfen willst, gib ihm keinen Fisch, sondern lehre ihn fischen", beendete Prince Joseph Adu seinen Bericht.

Die Gesprächsabende machten Station in München, Frankfurt, Berlin, Wuppertal, Jever und Bielefeld und fanden in der letzten Oktober- und ersten Novemberwoche statt. Bei der Veranstaltung in Bielefeld stellte die Künstlerin Cecilia Herrero Laffin außerdem Gemälde und Skulpturen aus, die sich mit der Thematik des Lebensalltags von Arbeiterinnen in Lateinamerika auseinandersetzen.

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Presseartikel Jeversches Wochenblatt